Grafik und Realismus
Auch in diesem Jahr kann Pro Evolution Soccer 2012 an FIFA letztendlich vorbeiziehen. Die allgemeine Darstellung wirkt natur- und realitätsgetreuer. FIFA hingegen hält fest zur alten, bunten Grafikblüte. Auch von der neuen
Player Impact Engine ist in der Demoversion nicht unbedingt viel zu sehen, obwohl zuvor mit einer langwierigen Entwicklungszeit von über zwei Jahren geworben wurde.
PLAYER IMPACT ENGINE - Two years in development, the new physics engine is built to deliver real-world physicality in every interaction ...
Warum es die gut bezahlten Entwickler dieser neuartigen Methode, Fouls und Fälle der Spieler möglichst realistisch darzustellen, nicht geschafft haben, nervige Bugs wie cyberschnelle Bewegungen oder mehr als skurille und physikalisch völlig inkorrekte Abpraller des Spielers auszumerzen, ist mir ein Rätsel. Wäre die Player Impact Engine nicht groß umworben worden, wär's wohl keinem Durchschnittsspieler aufgefallen.
Auch Konami hat seicht an den Animationen ihres Titels, Pro Evolution Soccer, gefeilt. So wirken die 'natürlichen' Bewegungsabläufe des Torhüters nun wesentlich realistischer als im Vorjahr. Auf den ersten Blick gibt es ansonsten allerdings überhaupt gar keine Neuerungen. Die aktuellen Animationen aus dem Vorjahr wirken allerdings nach wie vor sehr aktuell.
Bei FIFA enttäuschen auch in diesem Jahr die dahingeklatschten Gesichter. Ein Lucas Barrios oder ein Ambrosini aus FIFA entsprechen optisch nicht annährend dem lebenden Vorbild. Immerhin: Jeder Spieler hat nun ein kleines Icon in der Mannschaftsausstellung mit seinem fotografiertem, realen Gesicht, wie schon aus den Managern von EA Sports bekannt. Mehr Mühe haben sich mal wieder die Entwickler von Pro Evolution Soccer gemacht: Die Gesichter wirken lebendinger, sind zumeist wesentlich besser texturiert und modelliert. Hier gibt es noch Nachholbedarf.
Atmosphäre
Wie üblich zeigt sich FIFA hier von seiner guten Seite. Die Präsentation, die (englischen) Kommentatoren und die Stadionatmosphäre sind dieses Jahr besser denn je. Nein, viel Kritik gibt es wahrhafitg nicht. Spontan fällt mir nur das nach wie vor unausgereifte Jubelsystem ein, was mich als Spieler mit einigen Tastenkombinationen zwar selber jubeln lässt, von alleine aber nie richtig funktionieren will, was sich beim Torjubel der gegnerischen, computergesteuerten Mannschaft zeigt. Schade, denn hier gefällt mir die konservative, animierte und trotzdem dynamische Methode des Pro Evolution Soccers besser.


Das Publikum von Pro Evolution Soccer sieht zwar hübscher aus, gibt auch nach wunderschönen Toren ordentlich Jubel von sich, bleibt während dem Spiel im Mittelfeld aber eher ruhig. Das gegnerische Publikum von FIFA macht insgesamt ordentlich mehr Krach und kann mehr als nur ein Dutzend Fangesänge.
Fazit
Auch dieses Jahr werden beide Spiele berechtigter Weise ihre treuen Fanlager haben. Pro Evolution Soccer punktet insgesamt eindeutig spielerisch und FIFA hält sich das Polster mit seinem enormen Umfang und der zur Zeit eben höheren Spieleranzahl. Was FIFA falsch macht, macht Pro Evolution Soccer meist besser; und eben andersherum.
Tendenziell, aus persönlicher Sicht, hat Pro Evolution Soccer den großen Vorteil, dass PCler sich wieder einige Ligen und Stadien einbauen können mit den jeweiligen Patches, wie zum Beispiel die erste und zweite Bundesliga sowie weitere. Da sich insbesondere Fans viel Mühe beim Erstellen der Spieler und Clubs geben, wird man auch eher unbekannte Spieler wie Dennis Brinkmann (Alemannia Aachen) aus dem Spiel heraus identifizieren können. Dies wäre in der Verkaufsversion von FIFA niemals denkbar.