Digitale Fotografie - Anfängerfragen beantwortet - ein Ratgeber.

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    • Digitale Fotografie - Anfängerfragen beantwortet - ein Ratgeber.

      Manche Fragen zur Fotografie tauchen öfters auf - und wurden auch schon öfters beantwortet, weswegen ich hier nochmal aus meiner Perspektive und aus meinem Wissen auf die meistgestellten Fragen antworte - solltet ihr selbst Fragen haben, einfach auf dieses Thema antworten.

      Wie wichtig sind bei einer Kamera die Megapixel?

      Es wäre falsch, generell von unwichtig zu reden. Es gibt hier verschiedene Dinge, die zu beachten sind:

      - Sollen die Bilder später mal ausgedruckt werden? Wenn ja, wie groß?
      - Handelt es sich um eine Digitale Spiegelreflex, um eine Kompaktdigitalkamera oder gar um ein Fotohandy?

      Leute neigen generell gesagt eher dazu, die Megapixelzahl total zu überschatzen. Hier ein Vergleich von 1 MP, 4 MP, 6 MP, 10 MP, 12 MP, 16 MP und 24 MP:

      24mp.jpg

      Wie man gut sehen kann, ist der Unterschied zwischen 16 MP und 24 MP beispielsweise kaum zu sehen - trotz der 8 Megapixel mehr. Der Unterschied 12 auf 16 macht schon ein bisschen mehr aus, 10 oder 12 ist aber wieder kaum ein Unterschied. Ist der Unterschied zwischen 16 MP und 24 MP nach diesem Bild wirklich bspw. 200 Euro mehr wert? Ich denke nicht.

      Speziell bei Handies und billigen Kompaktkameras ist zu beachten: Nur weil 16 Megapixel draufsteht, heißt das nicht dass 16 Megapixel ankommen. Der Sensor einer digitalen Kompaktkamera ist viel kleiner als der Sensor einer Spiegelreflex - es kann daher sein, dass eine Spiegelreflex mit 12 Megapixeln durchaus mehr Bildinformationen liefert als eine 16 Megapixel - Kompaktkamera.

      Sollen die Fotos ausgedruckt werden, so ist selbst bei 8 Megapixeln eine Vergrößung auf 60x40 cm kein Problem. Mit 16 Megapixeln können schon Poster mit einer Länge von knapp einem Meter ausbelichtet werden - da man sich aber nie direkt vor dem Poster aufhält und es mit der Lupe betrachtet, ist theoretisch viel mehr möglich.

      Noch ein wichtiger Faktor ist das Bildrauschen. Bildrauschen tritt auf, wenn das Signal vom Sensor verstärkt wird und verunreinigt das Bild - das ist vor allem bei höheren Empfindlichkeiten der Fall, wenn bei möglichst dunklem Licht noch aus der Hand und ohne Blitz fotografiert werden will. Generell gilt: Je höher die Megapixelzahl, desto schlechter das Rauschverhalten - allerdings ist das auch nur bei Kameras aus der gleichen Generation so; da die Kameras ständig verbessert werden, hat eine Kompaktkamera von 2004 mit 6 Megapixeln ein höheres Rauschen als eine Kompaktkamera von 2012 mit 12 Megapixeln.

      Es muss daher ein Kompromiss zwischen Rauschen, Auflösung und Bildqualität gefunden werden. Meiner Meinung nach liegt dieser Kompromiss bei Handykameras mit winzigem Sensor bei etwa 4 Megapixeln, bei Digitalkameras (kompakt) bei 8-10 Megapixeln und bei Spiegelreflexkameras bei 16 Megapixeln. Ich würde persönlich lieber zu einer neuen Kompaktkamera mit 10 Megapixeln greifen, die ein geringeres Rauschverhälten besitzt, als zu einer mit zu vielen Megapixeln.



      Ist eine bestimmte Marke (Nikon, Canon...) besser als eine andere?

      Kurze Antwort: Nein.

      Lange Antwort: In den meisten Fällen nein, denn der Fotograf macht das Bild - nicht die Kamera. Je nachdem wie man fotografiert, stellt man unterschiedliche Anforderungen an die Kamera:

      - Knipse ich einfach nur (Urlaubsfotos, evtl. ein paar Spontane Schnappschüsse mit Familie und Freunden) ist die Kameramarke zu vernachlässigen.

      - Habe ich eine Spiegelreflexkamera und bin an der Technik interessiert, sind manche Marken besser als andere, was auf den Einsatzbereich ankommt. Nikon und Canon haben das größte Objektsortiment, Sony baut im Moment die besten Spiegelreflexkameras (auch wenn der Begriff falsch ist, da der Spiegel fehlt) zum Filmen, Olympus ist für Leute, die eine handlichere Spiegelreflex wollen interessant - es gibt auch noch weitere exotischere Firmen wie Pentax oder Sigma. Hier kommt es auf die persönlichen Vorlieben an.

      Man findet - wie bei allen anderen Sachen auch - immer wieder Leute, die eine Marke anpreisen, aber alle anderen Marken schlecht machen. Sollte man keine Sonderwünsche haben (wie oben bei Zweitens beschrieben), ist es das Einfachste, die Marke einfach zu vergessen - nicht davon ablenken lassen, sondern einfach auf die restlichen Daten schauen.

      Wenn weder Marke noch Megapixel so wichtig sind, was ist dann wichtig?

      Als Fotograf mit einer Spiegelreflexkamera ist es wieder wichtig, in Spiegelreflexkameras und Digitalkameras aufzuteilen.

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      [tab='Digitale Kompaktkameras']
      Meiner Meinung nach sind bei einer Digitalen Kompaktkamera folgende Faktoren entscheidend:

      - Der optische Zoom. Dieser wird oft vernachlässigt, sagt aber aus, wie weit die Kamera zoomen kann. Doch nicht nur der optische Zoom an sich, vor allem der untere Wert der Objektivbrennweite ist entscheidend. Viele Kameras sind im Weitwinkelbereich eher vernachlässigt und beginnen erst bei 40mm - ich würde darauf achten, dass wenn möglich schon bei unter 27mm beginnt. Weitwinkel bedeutet, dass die Kamera auch relativ weit "wegzoomen" kann, um möglichst viele Bildinformationen auf das Bild zu bekommen. Hier gibts einen Brennweitenvergleich, der das Ganze schön veranschaulicht.

      - Die maximal einstellbare Empfindlichkeit. Auch wenn Empfindlichkeiten wie ISO 3200 und 6400 im normalen Leben nie gewählt werden, sagt eine hohe maximale Empfindlichkeit meistens aus, dass die Kamera bei niedrigeren Empfindlichkeiten ein geringeres Rauschverhalten aufweist - was dann auch die Bildqualität stark verbessert

      - Ich habe ein kleines Faible für Fujis EXR - Kameras, da sie einen verbesserten Sensormodus einführen, der den Sensor auf weniger Megapixel reduzieren kann, dafür aber das Rauschen verringert - ein nettes Feature.

      [tab='Spiegelreflexkameras']
      Bei Spiegelreflexkameras ist das Ganze komplizierter, da es nicht auf die Kamera ankommt, sondern auf die Objektive. Eine 200 Euro - Spiegelreflex hinter einem 4000 Euro Objektiv liefert tolle Bilder; eine 4000 Euro - Spiegelreflex hinter einem 200 Euro - Objektiv eher weniger.

      - Je nach Anwendungsbereich sollte bei Objektiven auf die Lichtstärke geachtet werden. Diese sagt einerseits aus, ob man das Objektiv auch bei weniger Licht für Fotos aus der Hand benutzen kann; andererseits auch, dass es schärfer ist (da jedes Objektiv abgeblendet schärfer wird - ein lichtstarkes Objektiv allerdings bei Normalbedingungen weiter abgeblendet werden kann bei gleichem Licht)

      - Man sollte darauf achten, keinen zu hohen Zoombereich zu wählen. Es gibt bei Spiegelreflexkameras keine zufriedenstellende Alleskönner-Lösung - eine Spiegelreflex ist nicht dafür gedacht, wie eine Digitalkamera einen 30fachen Zoom vorne dranzuhaben, den man nie wechseln muss. Wenn man das Wechseln nicht mag, ist eine Spiegelreflex das Falsche. Ein 18-200mm Objektiv liefert bei 200mm schlechtere Ergebnisse als ein 55-200mm - Objektiv, gleiche Preisklasse vorrausgesetzt.

      - Generell empfehle ich Kameras, die abwärtskompatibel zu alten Objektiven sind. Bei Nikon verbaut man sich beispielsweise bei einer Spiegelreflex ohne Autofokusmotor circa 80% der Objektivauswahl, besonders viele ältere, analoge Objektive, die mit einem AF-Motor einwandfrei an digitalen Spiegelreflexkameras funktionieren - viele, die entwede rilliger sind oder gar nicht anders existieren.

      - Ich rate Fotoeinsteigern generell von einer Spiegelreflex ab, wenn man nicht weiß, was Blende / Belichtungszeit ist und wie der Ablauf im Groben funktioniert. Man sollte sich auf einschlägigen Seiten einlesen, um die Einstellungen richtig verstehen zu können - eine Spiegelreflex im Auto-Modus zu benutzen, ist meiner Meinung nach zweckentfremdet.
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